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Denkmalgeschützte Immobilien umbauen

Umbauten an denkmalgeschützten Immobilien – das gibt es zu beachten

Als Besitzer einer denkmalgeschützten Immobilie steht man früher oder später vor der Frage, ob und welche Umbauten man daran vornehmen darf. Es gibt Vieles, das man bei Sanierungs- und Renovierungsarbeiten beachten muss, jedoch gibt es ebenso Ansprechpartner, die einen bei solchen Fragen unterstützen. Gerade in einem Erbfall müssen diese Entscheidungen meist sehr schnell getroffen werden, weshalb hier einige wichtige Hinweise für Sie zusammengestellt sind.

 

Zustimmung der Denkmalschutzbehörde

Der Besitz einer denkmalgeschützten Immobilie bringt spezielle Anforderungen mit sich. Möchte man das Gebäude instand halten oder sanieren, ist es wichtig, dass die Denkmalschutzbehörde zustimmt. Die Bestimmungen für einen Umbau sind in jedem Bundesland anders. Der Kontakt zur Denkmalschutzbehörde sollte frühzeitig aufgenommen werden. Dort sind Pläne, Handwerkerangebote und möglicherweise Fotos vom aktuellen Zustand vorzulegen. Zu beachten ist, dass die erste Kontaktadresse die Untere Denkmalbehörde (UDB) ist. Auch bei der Beantragung von kommunalen Fördermitteln ist die Untere Denkmalbehörde der richtige Ansprechpartner.

 

Einschränkungen beim Umbau

Die Aussage und die Struktur des Denkmals müssen stets bewahrt bleiben. Nach einem Kauf oder Erbe sind Veränderungen an einem denkmalgeschützten Gebäude möglich und meist sogar notwendig. Denn der Eigentümer ist verpflichtet, im Rahmen des Zumutbaren das Denkmal zu erhalten. Allerdings gilt der Grundsatz, dass dabei immer der ursprüngliche Charakter des Gebäudes beibehalten werden muss. Einschränkungen betreffen deshalb vorwiegend die Umgestaltung der Fassade, die Vergrößerung von Fensterflächen, Aufstockung oder Anbauten sowie das Anbringen zusätzlicher Dachfenster oder Gauben. Auch die Modernisierung im inneren Haus kann problematisch werden; zum Beispiel wenn die Modernisierung der Heizung nicht zum äußeren Erscheinungsbild des Hauses passt. Die geschützte Bausubstanz erlaubt in der Regel keine Installationsmaßnahmen, bei denen gebohrt und gestemmt werden muss. Die geläufigen Plastikverkleidungen von Elektrokanälen oder der Einbau moderner Heizkörper sind nicht zwangsläufig mit der Ästhetik historischer Gebäude vereinbar.

 

Fensterumbauten in historischen Gebäuden

Um ein historisches Gebäude bewohnbar zu machen, müssen die Fenster den Anforderungen zum Wärmeschutz entsprechen. Somit stellt auch die Energieeinsparverordnung (EnEV) Anforderungen an den Eigentümer. Der geringere Energieverbrauch und niedrigere Heizungskosten liegen meistens auch im Eigeninteresse des Gebäudebesitzers. Niedrige U-Werte (U-Wert = Wärmedurchgangskoeffizient) moderner Fenster beeinflussen den Feuchtigkeitsgehalt von denkmalgeschützten Gebäuden. Daher können entsprechende Umbauten zu Schäden der Bausubstanz führen, wenn kein ausreichender Luftwechsel mehr bestehen sollte. Der U-Wert der Fenster, die unter Denkmalschutz stehen, richtet sich nach dem U-Wert der Außenwände des Gebäudes. Dieser darf nicht geringer sein als der Wert der Außenwände. Bestandsfenster in denkmalgeschützten Immobilien können auf diverse Arten für moderne Ansprüche nutzbar gemacht werden. Durch Aufbringen von speziellen Wärmedämmbeschichtungen oder durch Einbringen besonders schwerem Glas zum Schallschutz kann energiesparend modernisierte werden, ohne erheblich in das historische Erscheinungsbild einzugreifen. Die Sanierung von historischen Fenstern kann den Grundsätzen der denkmalpflegerischen Fenstererhaltung widersprechen. Deshalb sollten auch Kompromisslösungen im Voraus mit der EnEV geklärt werden, da die Bestimmungen innerhalb Deutschlands abweichen.

 

Erneuerung der Heizungsanlage

Auch Heizkörper und Leitungsführungen können ein Problem beim Einbau in einem denkmalgeschützten Gebäude sein. Die veränderte Nutzungsbedingung und veränderte Raumtemperatur kann zu Schäden am Objekt führen. Damit das historische Erscheinungsbild des Gebäudes nicht gestört wird, können Leitungsführungen in nicht mehr genutzten Schornsteinzügen, Nischen oder Aussparungen verlegt werden. Die Heizkörper können so platziert werden, dass die Leitungsführung entweder möglichst kurz bleibt oder die historische Position und Ästhetik der Heizkörper weitgehend erhalten bleibt. Wichtig ist das Heranziehen von Fachleuten bei entsprechender Heizungs- und Lüftungsplanung. Für Erneuerungen, Anbaumaßnahmen oder Sanierungen sollten unbedingt Experten herangezogen werden, um die Standards einzuhalten und um Bauschäden zu vermeiden. Für alle weiteren Fragen zum Thema Umbau denkmalgeschützter Immobilien stehen Ihnen die Experten der Dolphin Trust GmbH gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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Richard Keller

Richard Keller ist Denkmal-Gutachter und engagiert sich privat für den Schutz bedrohter Denkmäler.

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