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Historismus

Der Historismus nahm seinen Anfang Mitte des 19. Jahrhunderts und reicht bis zum Ende desselben. Der Name deutet bereits einen Bezug zur Vergangenheit an. Tatsächlich schöpft der Historismus aus den einzelnen Stilrichtungen der vergangenen Epochen und erschafft sich eine eigene Stilrichtung aus der Durchmischung vergangener Stilepochen. Daher können innerhalb des Historismus verschiedene Stilrichtungen wie die Neoromanik, die Neogotik, Neorenaissance und Neobarock identifiziert werden.

Die unterschiedlichen verwendeten Baustile wurden verschiedenen Arten von Funktionsbauten zugeschrieben. Viele Kirchen wurden wieder im Stil der Gotik oder Romanik gebaut, während Banken und Bürgerhallen im Renaissance-Stil, und Paläste sowie Theater im Barock-Stil erbaut wurden. Fabrikhallen, die keine visuell ansprechende Bauweise erforderten, bestanden meist aus unverputzten Backsteinfassaden, welche man als englischen Tudorstil bezeichnet. In einer kleinteiligeren Einordnung in den romantischen und den strengen Historismus wird deutlich, dass im romantischen Historismus in kaum einem Fall eine reine Nachahmung des vergangenen Stils stattfand, während man im strengen Historismus sehr auf eine korrekte Nachahmung und Kombination verschiedener Stile bedacht war.

Ein entscheidender Kritikpunkt an der Bauweise des Historismus liegt in der Überordnung von Repräsentation über funktionale Aspekte. Ähnlich wie in der Renaissance spiegelte in mehrgeschossigen Gebäuden mit einzelnen Wohneinheiten die Gestaltung der einzelnen Etagen die soziale Stellung ihrer Bewohner wieder. Schon in der Renaissance waren die oberen Stockwerke den Dienstboten vorbehalten und hatten daher niedrigere Decken und eine schlichtere Gestaltung der äußeren Fassade. Auch im Historismus fand eine derartige Darstellung der sozialen Stellungen statt. Die bessergestellten Bürger bewohnten die unteren Etagen der Häuser, in denen hohe Decken und reiche Stuckverzierungen vorzufinden waren. In den darüber liegenden Etagen nahmen die Deckenhöhe, der Umfang der Stuckverzierungen und teilweise auch die Größe der Fenster  kontinuierlich ab.

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Georg von Thelen

Georg von Thelen ist studierter Historiker, der durch seine Arbeit beim Amt für Denkmalschutz der Stadt Köln die Begeisterung für dieses Thema fand.

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