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Gotik

Die Gotik erstreckt sich von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts. Auch in der Gotik waren sakrale Bauten ein wichtiger Bestandteil der Baukunst, welche die Stärke des christlichen Glaubens demonstrieren sollte. Die Architekturen wurden immer höher und komplexer, und man legte Wert auf immer mehr natürlichen Lichteinfall. Die zunehmende Durchbrechung der Außenwände durch die Konstruktion von Fenstern und eine abnehmende Mauerstärke, sowie eine Reduzierung der Gewölbemasse stellten entscheidende Teile dieser Entwicklung dar. Dabei war der Einsatz  von bereits in der Romanik entwickelten Rippengewölben, Spitzbögen und Strebepfeilern unerlässlich.

Eine äußerlich wahrnehmbare, aber innerlich noch viel bedeutsamere Weiterentwicklung der antiken Baukunst, welche auf dem Prinzip von Stütze und Last basierte, stellte die Verwendung von Zug- und Ringankern dar. Diese wurden in den einzelnen Baubestandteilen, meist Wänden und Dachteilen, eingelassen und hielten diese durch Zugkräfte zusammen. Häufig haben die an der Außenseite sichtbaren Enden auch die Form von Ornamenten, wie z.B. Buchstaben. Sie geben der Statik der gesamten Konstruktion eine erhöhte Stabilität. Teilweise wurden ähnliche Stabilisierungsmaßnahmen auch für große Fenster verwendet.

Dicke Säulen, wie sie in der Romanik häufig der Fall waren, wurden in der Gotik zunehmend von schlanken Rundpfeilern verdrängt. Üblicherweise waren diese mit Diensten umstanden. Dabei handelt es sich um unvollständige kleinere Säulen, die dem eigentlichen Pfeiler vorgelegt scheinen. Auf den Rundpfeilern sitzen meist kelchförmige, mit Pflanzenmotiven verzierte Kapitelle. In der Spätgotik verschmelzen die einzelnen Formen immer mehr, sodass das Kapitell schließlich gar nicht mehr als eigene Form auftritt.

Im Gegensatz zu Gebäuden aus der Romanik, sind aus der Gotik neben Sakralbauten auch zahlreiche Profanbauten erhalten. Während bei Sakralbauten die künstlerische Gestaltung in den Vordergrund gerückt wurde, stand bei Profanbauten die Zweckmäßigkeit im Mittelpunkt. Letztere erkennt man an der flächigen Wandgestaltung und den profilierten Fenstern und Türen. Diese können dabei spitzbogig oder aber klassisch rechteckig sein. Aufgrund der Tatsache, dass gotische Profanbauten vom Innenraum her entwickelt wurden, kam es meist nicht nur zu kleinen symmetrischen Unregelmäßigkeiten, sondern zu teilweise völlig asymmetrischen Grundrissen. Ein äußerlich gut erkennbares Merkmal stellt der Staffelgiebel dar. Dieser ähnelt einer spitz zulaufenden Treppe und wird daher auch Katzentreppe genannt. Auch Treppentürme und Erker, die gerne auch als Ecktürmchen in Erscheinung treten, sind typische Elemente eines gotischen Baus.

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Georg von Thelen

Georg von Thelen ist studierter Historiker, der durch seine Arbeit beim Amt für Denkmalschutz der Stadt Köln die Begeisterung für dieses Thema fand.

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