• Slide 02
Grundlegend wird in zwei verschiedene Denkmalarten unterschieden:

  1. Eine plastische Darstellung bzw. ein Monument, das zum Zweck des Gedenkens an eine Person oder ein Ereignis erreichtet wird.
  2. Ein Werk bzw. Kunstwerk, das Zeugnis für eine frühere Kultur ablegt.

Immobilien gehören als denkmalgeschützte Objekte zur zweiten Art. Sie zeugen von Lebens- und Bauweisen in der kulturellen Entwicklung des Menschen und sollen authentisch an die Stilepoche und die Umstände, denen sie entstammen, erinnern. Es wird hierfür zwischen verschiedenen Denkmalarten unterschieden, wie z.B. Kirchen, technischen Bauwerken oder Wohnhäusern. Um zu einem Denkmal zu werden, muss diesen Gebäuden ein besonderer Wert, eine Denkmalwürdigkeit, zugesprochen werden. Dieser kann unterschiedlicher Natur sein. Es kann sich um ein architektonisch und künstlerisch besonderes Bauwerk handeln, eines, das in historisch oder politisch bedeutende Ereignisse involviert gewesen ist, oder ein aus städtebaulicher und landschaftsgestalterischer Sicht unverzichtbar erscheinendes Gebäude.

Die Zuerkennung eines historischen Wertes führt in der Regel dazu, dass das entsprechende Gebäude unter amtlichen Denkmalschutz gestellt wird. Dieser bedeutet für die Immobilie, dass sie in keiner Form einer Zerstörung oder erheblichen Veränderung ausgesetzt werden darf. Bauliche Veränderungen sind daher zwar möglich, unterliegen aber oft strengen, vom jeweiligen Land vorgeschriebenen Regeln.

Da die einzelnen Bundesländer jeweils eigene Voraussetzungen für die Erteilung des amtlichen Denkmalschutzes haben, lassen sich keine für Deutschland einheitlichen Regeln formulieren. Im Regelfall wird jedoch auch ein öffentliches Interesse daran, die betreffende Immobilie unter Denkmalschutz zu stellen, vorausgesetzt. Neben der bereits beschriebenen Denkmalwürdigkeit muss für die Erteilung des amtlichen Denkmalschutzes jedoch auch die Denkmalfähigkeit gegeben sein. Die infrage kommenden Immobilien müssen in einem erhaltungswürdigen Zustand sein. Baufällige Gebäude werden daher nicht als Denkmal angenommen, wenn der Denkmalcharakter durch die nötigen Erhaltungsmaßnahmen hinfällig würde.

Die Anerkennung eines Gebäudes als Denkmal kann über zwei verschiedene Systeme erfolgen:
  1. Das konstitutive System: das Gebäude wird erst zum Denkmal, wenn ein entsprechender Antrag gestellt und dieser bewilligt wird. In diesem Falle bekommt das Gebäude von der zuständigen Denkmalschutzbehörde einen Eintrag in die Denkmalliste und steht damit unter Denkmalschutz.
  2. Das deklarative System: hier gilt grundsätzlich jedes Gebäude als Denkmal, das die im Denkmalschutzgesetz definierten Vorgaben erfüllt.

Steht ein Gebäude erst mal unter Denkmalschutz, ist der Eigentümer zur Erhaltung dessen verpflichtet. Auf den ersten Blick bedeutet dies eine große finanzielle Belastung. Jedoch bieten denkmalgeschützte Immobilien auch finanzielle Vorteile. Ausgaben für Sanierungen und Erhaltungsmaßnahmen können über Jahre fast komplett von der Steuer abgesetzt werden. Dieser Umstand macht Denkmäler so attraktiv für Investoren und Anleger.