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Das Klosterbrauhaus von Himmelpfort

Es war ein wunderschönes Gebäude und ein einzigartig gut erhaltenes Denkmal, das perfekt in die Dorfidylle von Himmelpfort passte. Bis Brandstifter ihr Unwesen trieben und dieses geschichtsträchtige Bauwerk beinahe vollständig zerstörten.

Eine gestörte Dorfidylle

Es ist ein idyllisches Dorf. Himmelpfort in Brandenburg, auf einer kleinen Landinsel zwischen vier uckermärkischen Seen. Die Häuser im Dorf sind liebevoll gestaltet und frisch renoviert. Mit bunt bepflanzten Vorgärten, hübschen Gardinen und frisch gestrichenen Häusern. Mit viel Mühe und Liebe versuchen die Bewohner, ihr Dorf so schön und einladend wie möglich zu gestalten. Doch die Idylle ist gestört: Mitten in diesem kleinen Paradies steht, direkt an der Klosterstraße, eine ausgebrannte Ruine. Ein langgestreckter Bau mit verkohlten Balken und ohne Dach. Nur die rußgeschwärzten Fassaden und der markante Stufengiebel zeugen noch von dem einzigartigen Bauwerk, das einst über der Straße thronte: Das ehemalige Brauhaus des Zisterzienserklosters.

Wenn Zerstörungswut ihren Schatten hinterlässt

Es gehörte zu den am besten erhaltenen Denkmälern der himmelpforter Klosteranlage, mit direktem Zugang zum eigenen Haussee und einem weitläufigen Park. Ein gotischer Backsteinbau mit einem Stufengiebel, wie man ihn sonst nur von großen Klosteranlagen kennt. Bereits 1299 wurde die Klosteranlage von Markgraf Albrecht III gestiftet, der sie zu seiner Grablege bestimmte. Nach der Reformation und dem Dreißigjährigen Krieg waren viele der übrigen Gebäude zerstört oder verfallen. Doch das Brauhaus blieb über die Jahrhunderte bestehen und überstand Kriege und Unwetter. Nachdem die Klosteranlage zerfiel, wurde es auf Grund seines hallenartigen Inneren zunächst als Kornspeicher weiter genutzt und wurde im 19. Jahrhundert zu einem Wohnhaus umgebaut. Doch nach der langen Zeit, die dieses Gebäude unbeschadet überstanden hat, wurde es in der Nacht des 21. August 2010 durch Brandstifter fast vollständig zerstört. Mitten in der Nacht brannte es lichterloh, bis nur noch die Umfassungsmauern und der kostbar verzierte Giebel standen. Dieser ragt jetzt mahnend in den Himmel, als würde er jeden, der ihn sieht, daran erinnern wollen, dass die Zeit davon läuft, die noch bleibt, um das einst imposante Gebäude noch zu retten.

Engagierte Rettungsversuche

Die Bewohner des Dorfes waren sich sofort einig: Es muss etwas getan werden, um das Brauhaus zu retten. Doch zunächst sah es so aus, als seien alle Bemühungen glücklos. Das Brauhaus befindet sich nämlich in privatem Eigentum und nicht alle Erben, die für den Wiederaufbau verantwortlich waren, konnten ausfindig gemacht werden. Aus diesem Grund durften die himmelpforter Bewohner zunächst nicht einmal Spenden entgegen nehmen. Doch so schnell gaben sie nicht auf und recherchierten mit akribischer Kleinarbeit jeden einzelnen Erben aus drei verschiedenen Erbstämmen. Mehr als 60 Erben wurden so ausfindig gemacht und kontaktiert, was mehr als zwei Jahre dauerte. Viele dieser Erben wussten nicht einmal etwas von ihrem Besitz. Sie wurden nach Himmelpfort eingeladen, wo sie nicht nur die Klosternanlage besichtigen konnten, sondern auch Verwandte kennenlernten, von denen sie noch nicht einmal ahnten, dass sie existieren. Außerdem wurde eine Brauerei-Stiftung gegründet, die sich nun für den Wiederaufbau und den Erhalt der Anlage einsetzt. Viele der Erben gehören zu den ersten Mitgliedern. Ihr Ziel ist es, das Brauhaus wieder vollständig aufzubauen und in Zukunft für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen zu nutzen. Dafür freuen sie sich über jede Spende, die ihnen dabei hilft, dem Brauhaus wieder zu seiner alten Schönheit und dem 200-Seelendorf Himmelpfort wieder zu seiner vollständigen Idylle zu verhelfen. Damit die vielen Besucher, die das Dorf jedes Jahr besuchen, bald wieder die ganze Pracht der alten Klosteranlage bewundern können.

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Richard Keller

Richard Keller ist Denkmal-Gutachter und engagiert sich privat für den Schutz bedrohter Denkmäler.

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