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Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz

1973 gegründet setzt sich das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz für den Erhalt historischer Baudenkmäler sowie archäologischer und erdgeschichtlicher Andenken ein. Zum diesjährigen Europäischen Jahr des Kulturerbes, das unter dem Motto „Sharing Heritage“ stattfindet, liegt das besondere Augenmerk des Komitees auf der jungen Generation, damit das kulturelle Erbe in Europa auch in Zukunft nicht verloren geht. Der Appell des Komitees lautet daher, für eine frühzeitige Sensibilisierung der Jugend für den Denkmalschutz zu sorgen. Dazu gehört beispielsweise, denkmalpflegerische Berufe stärker zu fördern und sie attraktiv zu machen.

Ziele und Aufgaben des Komitees

„Lebensqualität wird geschaffen, wenn die historische Bausubstanz in gewachsenen Wohnstrukturen sensibel und fachgerecht erhalten wird“ – so heißt es beim Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz. Um dieses Credo tatkräftig zu untermauern, organisiert die Geschäftsstelle des Komitees laufend Veranstaltungen rund um das Thema Denkmalschutz. Ebenso werden regelmäßig Schriften veröffentlicht, in denen aktuelle Angelegenheiten aufgegriffen werden. Zielgruppen dieser Arbeit sind vor allem Meinungsführer aus Politik, Verwaltung und anderen gesellschaftlichen Sphären, um den Denkmalschutz in relevanten Kreisen zu platzieren und weiterzutragen. Denn eine der Kernaufgaben des Komitees ist es, Ziele und Aufgaben des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege in der Öffentlichkeit zu vermitteln.

1975 fand das Europäische Denkmalschutzjahr statt, bei dem Empfehlungen für die Förderung des Denkmalschutzes erarbeitet wurden. Daraus resultierte die heutige Auftragsgrundlage des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, die Denkmalschutz-Charta des Europarates. Auf Bundesebene bildet der Zusammenschluss aus ca. 200 Aktiven eine Klammer um die föderal organisierte Denkmalpflege. Das bedeutet, dass er als Schnittstelle zwischen Regierung, Verwaltung und der Fachebene fungiert. Aktuelle Themenschwerpunkte des Komitees sind u.a. die Energiewende und ihr Einfluss auf historische Bauten, Denkmalpflege und Integration sowie die Demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf den Denkmalschutz.

So setzt sich das Komitee zusammen

Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz ist ein politisches und fachliches Gremium, das den Denkmalschutz und die Denkmalpflege in Deutschland maßgeblich beeinflusst. Organisatorisch ist die Geschäftsstelle bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien angesiedelt, derzeit Monika Grütters. Präsident ist jeweils einer der Landesminister, der der Ständigen Konferenz der Kultusminister (Kultusministerkonferenz) angehört. Dieses Amt wechselt alle drei Jahre, aktuell hat es Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, inne. Schirmherr ist stets der Bundespräsident. Unter den aktiven Mitgliedern ist die ganze Bandbreite der Gesellschaft vertreten: So findet man hier nicht nur Vertreter aus Bundes- und Landespolitik, sondern auch solche aus der Kirche, der Verwaltung, aus kommunalen Spitzenverbänden, Hochschulen oder den Medien. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass das wichtige Thema des Kulturerbes überall ankommt. Neben politischen Empfehlungen, Veröffentlichungen und Veranstaltungen steht dem Komitee auch die Verleihung des Deutschen Preises für Denkmalschutz zu. Diese seit 1977 vergebene Auszeichnung ist die höchste auf dem Gebiet des Denkmalschutzes.

  Die Dolphin Trust GmbH engagiert sich ebenfalls für die Denkmalpflege und macht auf bundesweite Initiativen der Denkmalförderung aufmerksam, um die Aufmerksamkeit dafür zu erhöhen.  

Das immaterielle Kulturerbe der Dombauhütten

Dome und Kirchen nehmen seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle in Europa ein – sind sie für Christen doch der Ort der Zusammenkunft und des Gebets. Sie werden auch als Häuser Gottes bezeichnet. Aufgrund der langen und beständigen Tradition des Christentums stellen Sakralbauten einen wichtigen Teil der architektonischen Geschichte dar. Sie sind ein bedeutungsvolles Kulturgut und stehen häufig unter Denkmalschutz. Aber auch die Art und Weise sowie das Wissen darüber, wie Kirchen und Dome gebaut werden, sind schützenswert und gilt es daher auch heute noch zu fördern. Im 13. Jahrhundert entstand durch die Bauhütten eine neue Form der Bauorganisation: Der gotische löste den romanischen Baustil und die wandernden Baugruppen, die bis dahin üblich waren, ab. Im vergangenen Jahr forderten die europäischen Dombaumeister, ihr Handwerk auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes eintragen zu lassen. Inzwischen hat die dafür zuständige Kultusministerkonferenz in Deutschland entschieden, es auf die nationale Liste zu setzen. Das ist Voraussetzung für die Aufnahme in die UNESCO-Liste, worüber jedoch erst Ende 2020 abgestimmt wird.

Wissen über Dom- und Kirchenbau ist rar gesät

Auf dem europäischen Festland findet man nach eigenen Angaben ungefähr zehn bis fünfzehn Dombauhütten. In Deutschland zählen dazu beispielsweise die Hütten in Erfurt, Aachen oder Köln. Neue Kirchen und Dome werden heute nur selten gebaut. Die Hauptaufgabe der Bauhütten besteht deshalb vornehmlich darin, die Sakralbauten zu pflegen, zu restaurieren und für die Nachwelt zu erhalten. Europaweit findet dazu ein reger Austausch zwischen allen Dombauhütten statt – auf diese Weise wird Wissen und Können, auch über die Generationen hinweg, weitergegeben. Das ist wichtig, um die hohe Qualität beibehalten zu können.

Europaweit findet dazu ein reger Austausch zwischen allen Dombauhütten statt – auf diese Weise wird Wissen und Können, auch über die Generationen hinweg, weitergegeben. Das ist wichtig, um die hohe Qualität beibehalten zu können. Und trotzdem beklagen sich die Dombauer über fehlenden Nachwuchs und mangelnde Anerkennung ihres Handwerks. Sie haben Sorge, dass ihre Arbeit in Zukunft vernachlässigt werden wird. Die Aufnahme in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes soll den Hütten einen Aufschwung verleihen und ihnen den Status verschaffen, den sie verdienen. Denn mit ihrer internationalen Bedeutung und Vernetzung leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes. Laut UNESCO zählen dazu „lebendige Traditionen, Ausdrucksformen, menschliches Wissen und Können sowie darstellende Künste“. Die Kirchen selbst zählen zum Weltkulturerbe.

Die besondere Stellung der Dombauhütten

Die Anstellung in einer Dombauhütte ist kein gewöhnlicher Beruf. Die Mitarbeiter haben meist eine starke Bindung zu ihren Bauwerken und bleiben viele Jahre in ihren Diensten. Nicht selten wird von „unserem“ oder „meinem“ Bauwerk gesprochen. Über die Jahre bauen sie ein enormes Wissen auf – auch solches, das in anderen Teilen des Bauwesens fast ausstirbt. So gelten die großen Hütten als „Kompetenzzentren für Naturstein“, denn sie sind einige wenige Einrichtungen, die sich mit der Verarbeitung noch auskennen.

Die Dombauer stehen auch mit der staatlichen Denkmalpflege in engem Austausch. Schließlich geht es bei ihrer Arbeit um den Erhalt wichtigen Kulturerbes. Denkmalpflege gilt als Spezialleistung, für die es sehr viel Erfahrung braucht. Die haben die Dombauer zwar – das Problem ist aber, dass die öffentlichen Mittel für die Denkmalförderung immer knapper werden. Kirchen sind daher zu einem Großteil auf Spenden angewiesen. Die Aufnahme in die UNESCO-Liste immateriellen Kulturerbes könnte diese Situation vielleicht verbessern.

Die Dolphin Trust GmbH begrüßt die Aufnahme des Hüttenwesens in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes und hofft auf eine ebenso positive Entscheidung der UNESCO.

Bundesregierung Immo Anleger

Programm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ der Bundesregierung

Obwohl Denkmalförderung in der Hoheit der Länder liegt, engagiert sich der Bund unter der Schirmherrschaft von Kulturstaatsministerin Monika Grütters ebenfalls für die Förderung vieler Kulturdenkmäler. Seit 1950 unterstützt die Bundesregierung die Erhaltung von Baudenkmälern, Bodendenkmälern, historischen Parks und Gärten in ganz Deutschland, denen aufgrund architektonischer, historischer oder wissenschaftlicher Leistungen eine herausragende Bedeutung zukommt.

Viele Denkmäler in Deutschland sind sanierungsbedürftig

Experten schätzen, dass es in der Bundesrepublik ca. 1,3 Millionen Kulturdenkmäler gibt – von Einzeldenkmälern bis hin zu ganzen historischen Stadtkernen. Die Bandbreite der Denkmalart ist dabei groß: Sowohl Kirchen, Dome, Schlösser, Burgen, Bürgerhäuser als auch Rathäuser zählen dazu. Allerdings gilt ein Drittel aller Denkmäler als gefährdet oder dringend sanierungsbedürftig. Eine wichtige Säule der Denkmalförderung und -pflege ist daher das Programm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ der Bundesregierung. Mit der Unterstützung soll die Wichtigkeit der Denkmäler für das einzigartige kulturelle Erbe in Deutschland betont werden.

Kulturinvestition ist Zukunftsinvestition

Nicht nur die nationale Identität wird durch die Erhaltung kultureller Denkmäler gefördert – auch die Wirtschaft und vor allem der Tourismus werden angekurbelt. Die Investition in Kulturdenkmäler ist daher in vielerlei Hinsicht auch eine Investition in die Zukunft. Von 1950 bis 2016 wurden bereits 650 Kulturdenkmäler unterstützt, mit einem finanziellen Gesamtvolumen von ca. 365 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr wurde die Förderung verschiedener neuer Projekte bekannt gegeben. Darunter befindet sich u.a. das Rathaus in Goslar, die Gartenstadt Staaken in Berlin, die historische Burg Eltz in Wierschem und die Marktkirche „Unser Lieben Frauen“ in Halle an der Saale.

Neben dem Programm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ hat die Bundesregierung 2007 ein 400 Millionen umfassendes Sonderinvestitionsprogramm ins Leben gerufen, das beispielsweise der Klassik Stiftung Weimar oder der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin und Potsdam zugutekommt. Insgesamt werden in diesem Programm 284 Denkmäler gefördert.

Die Dolphin Trust GmbH hat es sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht, kulturell bedeutsame Denkmäler zu schützen und zu erhalten.
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