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Archiv für April, 2018

Dolphin Trust Friedenskirche

FRIEDENSKIRCHE IN POTSDAM

Die evangelische Friedenskirche liegt mitten im Schlosspark im sogenannten Martygarten am Grünen Gitter und zählt zum Weltkulturerbe. Trotz seinem historischen Wert ist dieses Denkmal durch Zerfall bedroht, weshalb eine Stiftung sich einem engagierten Denkmalschutzprojekt verschrieben hat.

EIN DENKMAL IM RUNDBOGENSTIL

Bereits 1839 fertigte der spätere preußische König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) eine Skizze für den Bau der Friedenskirche an. Die von dem Hofarchitekten Ludwig Persius überarbeiteten königlichen Entwürfe lehnte Friedrich Wilhelm mehrfach ab. Er beanstandete unter anderem, dass ein Turm fehlen würde und dass die Größenverhältnisse nicht stimmig wären. Nach einer zweijährigen Planungszeit genehmigte der König die überarbeiteten Baupläne. Das Vorbild des frei stehenden Glockenturms wurde der Campanile von Santa Maria in Cosmedin in Rom. Symbolisch verkörperte das Bauwerk den „christlichen Staat“. 1845 wurde der Grundstein der Kirche gelegt. In Anwesenheit des Königs und der Königin fand am 24. September 1845 die Einweihung statt.

Die Friedenskirche liegt in stiller Abgeschiedenheit. Friedrich Wilhelm IV. ließ sie als Hof- und Gemeindekirche errichten und ist hier mit seiner Gemahlin Elisabeth Ludovika, Prinzessin von Bayern bestattet. Ein aus der Kirche San Cipriano in Murano transloziertes Mosaik aus dem frühen 13. Jahrhundert schmückt die überwölbte Apsis. Das Mosaik zeigt den auf dem Thron sitzenden Christus ­- eine bewusst gewählte Darstellung von Friedrich Wilhelm IV. Die dreischiffige Säulenbasilika ohne Querhaus trägt eine hölzerne Kassettendecke, die gleichzeitig eine hervorragende Akustik hervorbringt. Im Jahre 2004 erhielt die Friedenskirche eine Orgel des Marburger Meisters Gerald Woehl. Sie verfügt über 51 Register. Ein farbiges Rosenfenster erstrahlt aus der Mitte.

Der Stolz der Potsdamer ist ein Magnet für zahlreiche Touristen und eine begehrte Hochzeitskirche. So gestattet sie es jährlich zehntausenden Gästen aus aller Welt, zur Ruhe zu kommen und in Gebet und Stille zu verweilen sowie sich über die Geschichte und die Kunstwerke der Potsdamer Kirche zu informieren.

EINE STIFTUNG FÜR DEN SCHUTZ DES DENKMALS

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Seit 1985 setzt sie sich für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Nach der Einschätzung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist die Potsdamer Friedenskirche in einem „äußerst schlechten Zustand“. Die eindringende Feuchtigkeit beschädigt die Fassade, die Mamorfußböden, das Kirchenmobiliar und das einzigartige Apsismosaik der Kirche.

Die alarmierenden Schäden an den Seitendächern und der Apsis des Sakralbaus sollen im Jahr 2018 behoben werden. Bleibt nur zu hoffen, dass die Kirche durch zahlreiche Unterstützer bis dahin wieder in ihren alten Glanz erstrahlen kann. Die Dolphin Trust GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf Denkmalschutzprojekte aufmerksam machen, um einen Beitrag zu ihrem Erfolg zu leisten.

 
Das Brentanohaus in Hessen

Das Brentanohaus in Hessen

In der hessischen Stadt Oestrich-Winkel, nahe dem Rein, befindet sich eines der am besten erhaltenen Beispiele adeliger Wohnkultur des 18. Jahrhunderts. Das Brentanohaus wurde 1751 als Landhaus erbaut und 1804 von der Adelsfamilie Brentano erworben. Insbesondere die geschmackvolle Inneneinrichtung des Hauses, die größtenteils aus dem Barock, dem Klassizismus und der Gründerzeit stammt und noch original erhalten ist, ist besonders wertvoll. Dennoch ist das Gebäude vom Zerfall bedroht, da seit seiner Erbauung wenig für seine Sanierung getan wurde. Lesen Sie, was dieses einzigartige Gebäude auszeichnet, warum es bedroht ist und welche Maßnahmen ergriffen werden, um dieses wertvolle Denkmal zu erhalten.

 

Ein Denkmal für den romantischen Zeitgeist

Das Brenatonhaus steht jedoch nicht nur für gehobene Baukunst, sondern gilt auch als Zeuge der Tragik der Romantik. 1806 rammte sich die Dichterin Karoline von Günderrode einen Dolch in ihr Herz – getrieben von der Verzweiflung über unbeantwortete Liebe, aber auch zerrissen zwischen ihrem Freiheitsdrang und dem strengen Frauenbild, dem sie nicht entsprechen wollte. Sie wird nach der griechischen antiken Lyrikerin auch „Sappho der Romantik“ genannt und gilt heute als Ikone der Frauenrechtsbewegung. Zeit ihres Lebens war sie eine enge Freundin von Clemens und Bettina von Brentano, welche später Achim von Arnim heiratete.

Karoline von Günderrode hätte dem Zeitgeist deutscher Poesie des 19. Jahrhunderts wohl nicht besser entsprechen können, als durch ihren Freitod, der in der Künstlerwelt weite Kreise zog und durch den das Brentanohaus an Bedeutung gewann. In den folgenden Dekaden wurde es zum Zentrum der Rheinromantik und lockte Schriftsteller von weit her. Darunter auch die Gebrüder Grimm und Johann Wolfgang von Goethe.

 

Eine Zeitreise in Goethes Schlafzimmer

Später wurde das Brentanohaus zu einem Weingut mit angeschlossener Gastronomie und Privatwohnungen umgebaut. Ende 2014 musste Udo Baron von Brentano das Gebäude jedoch verkaufen. Den nötigen Unterhalt von über zwei Millionen Euro konnte er nicht mehr aufbringen, weshalb das Gebäude an das Land Hessen ging.

Das Gebäude kann nach wie vor von Besuchern bewohnt werden; es sind nach wie vor Führungen durch die historischen Zimmer möglich. Dabei fühlt man sich wie auf einer Zeitreise ins 19. Jahrhundert und kann die größtenteils originale Ausstattung oder das blau leuchtende Schlafzimmer bewundern, das Goethe bei seinen Aufenthalten 1814/1845 nutzte. Dank einer giftigen Substanz in den Tapeten, dem sogenannten Schweinfurter Grün, ist sogar die Tapete nie vergilbt.

 

Ein ambitioniertes Denkmalschutzprojekt

Auch wenn die historischen Fenster und Sandsteinwände bereits restauriert und Putz- und Malerarbeiten an den Fassaden vorgenommen wurden, ist das Brentanohaus dennoch in einem besorgniserregenden Gesamtzustand. 2018 soll damit begonnen werden, die historisch wertvollen Innenräume zu sanieren, deren Stuckdecken durch Risse und Abplatzungen gefährdet sind. Auch sämtliche hölzerne Ausstattung und der Wandputz müssen dringend saniert werden. Nur so kann dieses romantische Juwel am Rhein gerettet werden.

Die Dolphin Trust GmbH macht auf aktuelle Denkmalschutzprojekte aufmerksam, um einen Beitrag zum Erhalt wertvoller Gebäude beizutragen.
Denkmalgeschützte Immobilien umbauen

Umbauten an denkmalgeschützten Immobilien – das gibt es zu beachten

Als Besitzer einer denkmalgeschützten Immobilie steht man früher oder später vor der Frage, ob und welche Umbauten man daran vornehmen darf. Es gibt Vieles, das man bei Sanierungs- und Renovierungsarbeiten beachten muss, jedoch gibt es ebenso Ansprechpartner, die einen bei solchen Fragen unterstützen. Gerade in einem Erbfall müssen diese Entscheidungen meist sehr schnell getroffen werden, weshalb hier einige wichtige Hinweise für Sie zusammengestellt sind.

 

Zustimmung der Denkmalschutzbehörde

Der Besitz einer denkmalgeschützten Immobilie bringt spezielle Anforderungen mit sich. Möchte man das Gebäude instand halten oder sanieren, ist es wichtig, dass die Denkmalschutzbehörde zustimmt. Die Bestimmungen für einen Umbau sind in jedem Bundesland anders. Der Kontakt zur Denkmalschutzbehörde sollte frühzeitig aufgenommen werden. Dort sind Pläne, Handwerkerangebote und möglicherweise Fotos vom aktuellen Zustand vorzulegen. Zu beachten ist, dass die erste Kontaktadresse die Untere Denkmalbehörde (UDB) ist. Auch bei der Beantragung von kommunalen Fördermitteln ist die Untere Denkmalbehörde der richtige Ansprechpartner.

 

Einschränkungen beim Umbau

Die Aussage und die Struktur des Denkmals müssen stets bewahrt bleiben. Nach einem Kauf oder Erbe sind Veränderungen an einem denkmalgeschützten Gebäude möglich und meist sogar notwendig. Denn der Eigentümer ist verpflichtet, im Rahmen des Zumutbaren das Denkmal zu erhalten. Allerdings gilt der Grundsatz, dass dabei immer der ursprüngliche Charakter des Gebäudes beibehalten werden muss. Einschränkungen betreffen deshalb vorwiegend die Umgestaltung der Fassade, die Vergrößerung von Fensterflächen, Aufstockung oder Anbauten sowie das Anbringen zusätzlicher Dachfenster oder Gauben. Auch die Modernisierung im inneren Haus kann problematisch werden; zum Beispiel wenn die Modernisierung der Heizung nicht zum äußeren Erscheinungsbild des Hauses passt. Die geschützte Bausubstanz erlaubt in der Regel keine Installationsmaßnahmen, bei denen gebohrt und gestemmt werden muss. Die geläufigen Plastikverkleidungen von Elektrokanälen oder der Einbau moderner Heizkörper sind nicht zwangsläufig mit der Ästhetik historischer Gebäude vereinbar.

 

Fensterumbauten in historischen Gebäuden

Um ein historisches Gebäude bewohnbar zu machen, müssen die Fenster den Anforderungen zum Wärmeschutz entsprechen. Somit stellt auch die Energieeinsparverordnung (EnEV) Anforderungen an den Eigentümer. Der geringere Energieverbrauch und niedrigere Heizungskosten liegen meistens auch im Eigeninteresse des Gebäudebesitzers. Niedrige U-Werte (U-Wert = Wärmedurchgangskoeffizient) moderner Fenster beeinflussen den Feuchtigkeitsgehalt von denkmalgeschützten Gebäuden. Daher können entsprechende Umbauten zu Schäden der Bausubstanz führen, wenn kein ausreichender Luftwechsel mehr bestehen sollte. Der U-Wert der Fenster, die unter Denkmalschutz stehen, richtet sich nach dem U-Wert der Außenwände des Gebäudes. Dieser darf nicht geringer sein als der Wert der Außenwände. Bestandsfenster in denkmalgeschützten Immobilien können auf diverse Arten für moderne Ansprüche nutzbar gemacht werden. Durch Aufbringen von speziellen Wärmedämmbeschichtungen oder durch Einbringen besonders schwerem Glas zum Schallschutz kann energiesparend modernisierte werden, ohne erheblich in das historische Erscheinungsbild einzugreifen. Die Sanierung von historischen Fenstern kann den Grundsätzen der denkmalpflegerischen Fenstererhaltung widersprechen. Deshalb sollten auch Kompromisslösungen im Voraus mit der EnEV geklärt werden, da die Bestimmungen innerhalb Deutschlands abweichen.

 

Erneuerung der Heizungsanlage

Auch Heizkörper und Leitungsführungen können ein Problem beim Einbau in einem denkmalgeschützten Gebäude sein. Die veränderte Nutzungsbedingung und veränderte Raumtemperatur kann zu Schäden am Objekt führen. Damit das historische Erscheinungsbild des Gebäudes nicht gestört wird, können Leitungsführungen in nicht mehr genutzten Schornsteinzügen, Nischen oder Aussparungen verlegt werden. Die Heizkörper können so platziert werden, dass die Leitungsführung entweder möglichst kurz bleibt oder die historische Position und Ästhetik der Heizkörper weitgehend erhalten bleibt. Wichtig ist das Heranziehen von Fachleuten bei entsprechender Heizungs- und Lüftungsplanung. Für Erneuerungen, Anbaumaßnahmen oder Sanierungen sollten unbedingt Experten herangezogen werden, um die Standards einzuhalten und um Bauschäden zu vermeiden. Für alle weiteren Fragen zum Thema Umbau denkmalgeschützter Immobilien stehen Ihnen die Experten der Dolphin Trust GmbH gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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