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Archiv für August, 2017

Was ist ein Denkmal?

Grundlegend wird in zwei verschiedene Denkmalarten unterschieden:
  1. Eine plastische Darstellung bzw. ein Monument, das zum Zweck des Gedenkens an eine Person oder ein Ereignis erreichtet wird.
  2. Ein Werk bzw. Kunstwerk, das Zeugnis für eine frühere Kultur ablegt.

Immobilien gehören als denkmalgeschützte Objekte zur zweiten Art. Sie zeugen von Lebens- und Bauweisen in der kulturellen Entwicklung des Menschen und sollen authentisch an die Stilepoche und die Umstände, denen sie entstammen, erinnern. Es wird hierfür zwischen verschiedenen Denkmalarten unterschieden, wie z.B. Kirchen, technischen Bauwerken oder Wohnhäusern. Um zu einem Denkmal zu werden, muss diesen Gebäuden ein besonderer Wert, eine Denkmalwürdigkeit, zugesprochen werden. Dieser kann unterschiedlicher Natur sein. Es kann sich um ein architektonisch und künstlerisch besonderes Bauwerk handeln, eines, das in historisch oder politisch bedeutende Ereignisse involviert gewesen ist, oder ein aus städtebaulicher und landschaftsgestalterischer Sicht unverzichtbar erscheinendes Gebäude.

Die Zuerkennung eines historischen Wertes führt in der Regel dazu, dass das entsprechende Gebäude unter amtlichen Denkmalschutz gestellt wird. Dieser bedeutet für die Immobilie, dass sie in keiner Form einer Zerstörung oder erheblichen Veränderung ausgesetzt werden darf. Bauliche Veränderungen sind daher zwar möglich, unterliegen aber oft strengen, vom jeweiligen Land vorgeschriebenen Regeln.

Da die einzelnen Bundesländer jeweils eigene Voraussetzungen für die Erteilung des amtlichen Denkmalschutzes haben, lassen sich keine für Deutschland einheitlichen Regeln formulieren. Im Regelfall wird jedoch auch ein öffentliches Interesse daran, die betreffende Immobilie unter Denkmalschutz zu stellen, vorausgesetzt. Neben der bereits beschriebenen Denkmalwürdigkeit muss für die Erteilung des amtlichen Denkmalschutzes jedoch auch die Denkmalfähigkeit gegeben sein. Die infrage kommenden Immobilien müssen in einem erhaltungswürdigen Zustand sein. Baufällige Gebäude werden daher nicht als Denkmal angenommen, wenn der Denkmalcharakter durch die nötigen Erhaltungsmaßnahmen hinfällig würde.

Die Anerkennung eines Gebäudes als Denkmal kann über zwei verschiedene Systeme erfolgen:
  1. Das konstitutive System: das Gebäude wird erst zum Denkmal, wenn ein entsprechender Antrag gestellt und dieser bewilligt wird. In diesem Falle bekommt das Gebäude von der zuständigen Denkmalschutzbehörde einen Eintrag in die Denkmalliste und steht damit unter Denkmalschutz.
  2. Das deklarative System: hier gilt grundsätzlich jedes Gebäude als Denkmal, das die im Denkmalschutzgesetz definierten Vorgaben erfüllt.

Steht ein Gebäude erst mal unter Denkmalschutz, ist der Eigentümer zur Erhaltung dessen verpflichtet. Auf den ersten Blick bedeutet dies eine große finanzielle Belastung. Jedoch bieten denkmalgeschützte Immobilien auch finanzielle Vorteile. Ausgaben für Sanierungen und Erhaltungsmaßnahmen können über Jahre fast komplett von der Steuer abgesetzt werden. Dieser Umstand macht Denkmäler so attraktiv für Investoren und Anleger.

Moderne/Postmoderne

Es gibt verschiedene Meinungen darüber, ob die Nachkriegszeit, in der die Trümmer der Bombenangriffe beseitigt und neuer Wohnraum geschaffen werden musste, in dieselbe Epoche gezählt werden sollte, wie die heutige Gegenwart. Man strebte in der Moderne die Vereinheitlichung des Stadtbildes an und setzte daher den kubusartigen Bau des neuen Bauens in extrem funktional ausgerichtete Bauten um. Diese Bauten der Nachkriegszeit wurden später häufig in neue Stile und Gebäude miteinbezogen und eingearbeitet.

Mit der Postmoderne und ihrem Fortschritt setzte man schließlich wieder vermehrt auf Vielfalt, welche man den homogenen Funktionalbauten der Vergangenheit entgegensetzte. Der Beruf des Architekten hat sich seither wieder stärker zu einem künstlerischen Beruf  entwickelt.

Neues Bauen

Das Neue Bauen beschreibt die Zeit vor dem ersten Weltkrieg bis in die Zeit der Weimarer Republik. Sie umfasst daher in etwa die Jahre zwischen 1910 und 1930. Man versuchte eine neue Form des Bauens zu entwickeln, indem man neue Werkstoffe einsetzte und die Innenausstattung sehr sachlich und schlicht hielt. Dabei wollte man erreichen, dass die Bauten viel Platz für Sonne, Licht und Luft ließen, um ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Sie sollten in Kontrast zu beengten Räumen wie z.B. dunklen Hinterhöfen stehen.

Die dabei zum Einsatz kommenden Materialien waren vor allem Stahl, Beton, Backstein und Glas. Der Stil orientierte sich an den ökonomischen Grundprinzipien: der sozialen, konstruktiven und stilistischen Ökonomie.
  • Soziale Ökonomie: man verzichtete bewusst auf Dekorationen, da diese angesichts der Wohnungsnot und dem daraus resultierenden Massenwohnungsbau eine Verschwendung darstellten. Man sah sich zu Einfachheit gezwungen, wollte dabei aber nicht völlig auf ästhetischen Anspruch verzichten.

  • Konstruktive Ökonomie: durch die Entwicklung neuer Möglichkeiten der Lastenverteilung auf einzelne tragende Teile nahm der konstruktive Aufwand ab, während die Gestaltungsmöglichkeiten gleichzeitig zunahmen.

  • Stilistische Ökonomie: man betrachtete es als Ziel, durch die Formensprache Allgemeingültigkeit und Objektivität zu erreichen. Dabei folgte man dem Gedanken an das Gesamtkunstwerk und ging bei einigen Bauprojekten sogar so weit, die Gebäude bis hin zu einem bezugsfertigen Status auszugestalten.

Die Architektur hatte einen sehr funktionalen Charakter und rückte den ästhetischen Gedanken daher stark in den Hintergrund. Die Form sollte dementsprechend theoretisch der Funktion des Objektes folgen. Aus diesem Gedanken heraus erfolgte eine schwerpunktmäßig kubische Gestaltung, welche das Flachdach als typisches Erkennungsmerkmal hervorbrachte.

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